> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 26.10 .1799 (663)

2015-03-12

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 26.10 .1799 (663)



AN SCHILLER 

Weimar, 26. Oktober 1799

Ihr Brief, wertester Freund, hat mich auf das unangenehmste überrascht. Unsere Zustände sind so innig verwebt, daß ich das, was Ihnen begegnet, an mir selbst fühle. Möge das Übel sich bald ins Bessere wenden, und wir wollen die unvermeidlichen Folgen zu übertragen suchen.

Ich würde Sie gleich besuchen, wenn ich nicht gegenwärtig von so vielerlei Seiten gedrängt wäre. Ohne Ihnen hilfreich sein zu können, würde ich in Jena mich nur unruhig fühlen, indem hier so manches Geschäft an meine Mitwirkung Anspruch macht.

Ich wünsche nichts sehnlicher, als bald etwas Tröstliches von Ihnen zu hören. Möge nur nicht auch Ihre Gesundheit bei diesen Umständen leiden! Schreiben Sie mir doch auch zwischen den Botentagen, wenn Sie Gelegenheit finden.

G.
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