> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 21.09.1798 (509)

2015-03-02

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 21.09.1798 (509)



AN SCHILLER 

Weimar, 21. September 1798

Mittwoch war ich in Roßla und fand Ihren Brief gestern bei meiner Wiederkehr. Ich wünsche, daß Sie bei Ihrer Arbeit fühlen mögen, welchen guten Eindruck auf uns Sie zurückgelassen. Ein Monument einer so besondern Geistestätigkeit, als Ihr Wallenstein ist, muß jeden in tätige Stimmung versetzen, wer derselben nur einigermaßen fähig ist. Nehmen Sie Ihr ganzes Wollen zusammen, um das Werk nur erst auf unser Theater zu schieben, Sie empfangen es von dorther gewiß geschmeidiger und bildsamer als aus dem Manuskripte, das Ihnen schon zu lange vor den Augen fixiert steht. Sie sind schon so weit, daß nach meiner Einsicht ein solcher Versuch nur Nutzen bringen kann.

 Was Sie an dem Prolog noch tun wollen muß ich sehr billigen. Ich erwarte ihn mit Verlangen und wir wollen über die fernere Taktik alsdann zusammen konferieren.

Heute nichts weiter. Hierbei folgen die Schlüssel. Das Gedicht kann wohl unter dem allgemeinen Titel: Stanzen hingehen.

Leben Sie recht wohl, wir grüßen Sie und Ihre liebe Frau aufs beste.

G.
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