> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 29.12.1798 (560)

2015-03-05

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 29.12.1798 (560)



AN SCHILLER 

Weimar, 29. Dezember 1798

Wenn Sie uns, werter Freund, bei der Bestimmung Ihrer Dekoration um Rat gefragt hätten, so hätten wir freilich einiges einzuwenden gehabt. Denn statt des Symbols die Sache zu geben, ist freilich eine schwere Aufgabe, doch soll alles, was zur Verherrlichung der theatralischen Erscheinung geschehen kann, mit Vergnügen besorgt werden. Freund Meyer wird die Kartone selbst zeichnen, wie denn schon der Anfang zu einem kleinen Entwurf gemacht ist.

Nun aber verzeihen Sie, wenn ich auch, wie Iffland, den Direktor spiele, auf den sich zuletzt alle Schwierigkeiten der Ausführung häufen.

Morgen früh kommt ein Bote, von dem ich hoffe, daß er mir gegen Abend einen Teil des Stücks und auf alle Fälle die Rolle der Herzogin bringen wird.

Werden Sie ja nicht ungeduldig! denn wenn Sie nicht bald kommen sollten, so werden noch öfters Boten erscheinen. Es wird ohnedies für uns einen saueren Januar geben, da man am Ende desselben ein solches Stück erwartet und an den übrigen Lustbarkeiten, während desselben, doch nichts entbehren will. Montags sollen die vier bedeutendsten Soldatenkostüms des Vorspiels an Iffland abgehen. Ich wünsche Ihnen zur Reise einen Tag, wie der heutige ist, und grüße Sie herzlich, sowie Ihre liebe Frau.

G.
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