> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 15.05.1803 (898)

2015-03-25

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 15.05.1803 (898)




AN SCHILLER.

Jena den 15. Mai 1803.

Hier, mein Bester, die Papiere, die meine Gegenwart diesmal wohl ersetzen mögen. Grüßen Sie Cotta schönstens und hören sonst seine Entschlüsse und Beschlüsse. Ich befinde mich leidlich, doch muß ich an mehr Bewegung und Anregungen von außen denken. Wenn es so fort geht konzentriert sich meine ganze Existenz innerhalb des Sömmeringischen Wassers. Mein Spiritus wird aufgewartet haben. Ich hoffe in diesen acht Tagen einen tüchtigen Ruck in die Ausarbeitung der Farbenlehre zu tun und denke das Wesen einmal derb anzugreifen; jetzt liegt es mir wie eine unabtragbare Schuld auf. Leben Sie wohl und tätig und mir gewogen.

G.
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