> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 06.10.1798 (520)

2015-03-03

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 06.10.1798 (520)



AN SCHILLER.

Weimar am 6. Oktober 1798.

Hier kommt der Prolog zurück; ich habe Ihre Änderungen mit Vergnügen aufgenommen, denn sie sind sehr zweckmäßig; dagegen wünschte ich daß, statt der Stelle, die ich ausgestrichen habe, die andere eingefügt werde, welche hier im Manuskript folgt. Meine Absicht war dabei

daß von unsern Schauspielern etwas mehr,

von Iffland etwas weniger gesprochen würde,

daß irgend eine Stelle auf Schrödern gedeutet werden könne.

Haben Sie die Güte daß ich einige gedruckte Exemplare vom Prolog Montags bei Zeiten erhalte, so schicke ich gleich eins an Schrödern, mit einem artigen Wort, und eins nach Stuttgart.

Allenfalls könnten Sie mir, durch diesen Expressen, den Korrekturbogen, wenn Sie ihn weiter nicht brauchen, wieder herüberschicken und mir nur anzeigen: ob Sie meine Stelle aufnehmen wollen, so lasse ich die beiden Exemplare, die abgehen sollen, gleich schreiben.

Hier kommt ein Teil des Vorspiels! arbeiten Sie ja daran fort, ob ich Ihnen gleich nicht versprechen kann schon das nächste mal die Veränderungen aufzunehmen. Alles ist jetzt schon so auf Reim und Silbenfall eingerichtet, so auf die Stichwörter eingehetzt daß ich nichts zu ändern wage, weil unmittelbar Stockungen zu befürchten sind. Leben Sie recht wohl; es fängt nun an so bunt zu gehen, daß nur die Hoffnung: es werde bald Abend und alles vorbei sein, mich noch erhalten kann.

G.
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