> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 25.12.1798 (558)

2015-03-05

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 25.12.1798 (558)



AN SCHILLER 

Weimar, 25. Dezember 1798

Viel Glück zu der abgenötigten Vollendung der Arbeit! denn ich will Ihnen gar nicht leugnen, daß mir in der letzten Zeit alle Hoffnung zu vergehen anfing. Bei der Art, wie Sie diese Jahre her den Wallenstein behandelt haben, ließ sich gar keine innere Ursache mehr denken, wodurch er fertig werden konnte, so wenig als das Wachs gerinnen kann, solange es an dem Feuer steht. Sie werden selbst erst finden, wenn Sie diese Sache hinter sich haben, was für Sie gewonnen ist. Ich sehe es als etwas Unendliches an.

Ihr Quartier im Schlosse soll aufs beste besorgt werden, und ich denke, es soll an nichts fehlen; auch was Sie sonst an den ersten und letzten Bedürfnissen nötig haben möchten, soll parat sein. Lassen Sie sich ja nicht abhalten, sondern resolvieren sich kurz und gut, den Zweiten zu kommen, denn wir haben übermäßig zu tun, wenn wir bis den Dreißigsten fertig werden wollen, wobei das schlimmste ist, daß sich der Termin nicht verschieben läßt. Leben Sie recht wohl,  mir Ihre liebe Frau und sein Sie zum voraus schönstens willkommen.

G.
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