> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 12.09.1800 (761)

2015-03-17

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 12.09.1800 (761)




AN SCHILLER 

Jena, 12. September 1800

Nach verschiedenen Abenteuern bin ich heute früh erst wieder zu der Jenaischen Ruhe gelangt und habe gleich etwas versucht, aber nichts getan. Glücklicherweise konnte ich diese acht Tage die Situationen festhalten, von denen Sie wissen, und meine Helena ist wirklich aufgetreten. Nun zieht mich aber das Schöne in der Lage meiner Heldin so sehr an, daß es mich betrübt, wenn ich es zunächst in eine Fratze verwandeln soll. Wirklich fühle ich nicht geringe Lust, eine ernsthafte Tragödie auf das Angefangene zu gründen; allein ich werde mich hüten, die Obliegenheiten zu vermehren, deren kümmerliche Erfüllung ohnehin schon die Freude des Lebens wegzehrt .    

Ich wünsche daß Sie in Ihrer Unternehmung weiter gelangt sind. Wäre es möglich daß Sie, collegialiter mit Meyern, etwas für die Anzeige des Ausgestellten tun könnten, so würde es mir eine große Erleichterung sein. Sagen Sie mir etwas durch den rückkehrenden Boten und leben Sie recht wohl.

G.
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