> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 15.12.1798 (552)

2015-03-05

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 15.12.1798 (552)



AN SCHILLER.

Weimar am 15. Dezember 1798.

Bei mir geht die Arbeit noch so notdürftig fort, indem ich allerlei vornehmen und daraus wählen kann was der Zeit und der Stimmung gemäß ist. Es wird mir ein rechtes Weihnachtsgeschenk sein wenn Sie mir den Piccolomini schicken.  

Hier schicke ich, was ich bei Gelegenheit Grübels ausgehenlassen. Es ist darauf angesehen, daß es eine gewisse Partei ärgern soll. Die Materie muß in den Propyläen wiedergebracht und unter allen Formen erneuert werden, wozu mir schon ein paar ganz närrische eingefallen sind.     

Auch lege ich Gädikes Forderung bei, wegen des Drucks der Propyläen. Sie sind ja in dergleichen Berechnungen geübt, um zu überschlagen was aus diese Weise die Kosten eines ganzen Stückes sein würden.

Was ich außer dem Geschäftskreise tun konnte war die Vorbereitung des dritten Stücks, welches ich möglichst zu befördern suche, um zu Anfang des neuen Jahrs ganz frei zu sein. Und so werden denn doch die bösen drückenden Tage genutzt. Leben Sie recht wohl und suchen Sie aus dem Schlusse des Jahrs auch den möglichen Vorteil zu ziehen. Grüßen Sie Ihre liebe Frau.

G.
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