> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 16.04.1804 (960)

2015-03-29

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 16.04.1804 (960)




AN SCHILLER 

Weimar 16. April. 1804

I. Akt.

1 . Mit Macbeth und Banco kommen einige, damit letzterer fragen könne: Wie weit ist’s noch nach Foris?

II . Akt.

2. Die Glocke ruft. Darf nicht geklingelt werden, man hört vielmehr einen Glockenschlag.

3. Der Alte sollte sich setzen, oder fortgehen. Mit einer kleinen Veränderung schlösse Macduff den Akt.

III . Akt.

4. Der Bursche, der Macbeth bedient, wäre besser anzuziehen und einigermaßen als Edelknabe herauszuputzen.

5. Eilensteins Mantel ist zu enge. Es wäre noch eine Bahn einzusetzen.

6. Bei Bancos Mord sollte man ganz Nacht machen.   

7. Die Früchte auf der Tafel sind mehr ins Rote zu malen.

8. Bancos Geist sieht mir in dem Wams zu prosaisch aus. Doch weiß ich nicht bestimmt anzugeben, wie ich ihn anders wünsche.

IV. Akt.

9. Die Hexen sollten unter den Schleiern Drahtgestelle haben, daß die Köpfe nicht zu glatt erscheinen. Vielleicht gäbe man ihnen Kränze, die einigermaßen putzten, zur Nachahmung der Sibyllen.

10. Da nach der Hexenszene bei uns der Horizont fällt, so müßte Macbeth nicht sagen: Komm herein du draußen etc.; denn dies supponiert die Szene in der Höhle.

V. Akt.

11. Lady wäscht oder reibt eine Hand um die andere.

12. Die Schilder wären aufzumalen.

13. Macbeth müßte sich doch, wenigstens zum Teil, auf dem Theater rüsten; sonst hat er zu viel zu sprechen, was keinen sinnlichen Bezug hat.

14. Er sollte nicht im Hermelinmantel fechten.

G.
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