> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 27.08 .1799 (648)

2015-03-11

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 27.08 .1799 (648)



AN SCHILLER.

Weimar am 27. August 1799.

Nach Überlegung und Berechnung aller Umstände fühle ich mich gedrungen Ihnen zu melden daß ich in den nächsten Tagen nicht kommen kann, um so mehr aber wünschte ich Sie hier zu sehen, besonders wegen des Quartiers. Es verhält sich damit folgendermaßen: Frau von Kalb scheint mit Bergrat Scherer abgeschlossen zu haben, daß er in ihre Miete treten solle. Wenigstens lassen es die Umstände vermuten. Der Hausherr aber Perückenmacher Müller braucht sich, wenn er nicht will, diese Sublocation nicht gefallen zu lassen und will auf mein Zureden Ihnen das Quartier geben, jedoch wünscht er daß Sie es auf ein Paar Jahr nähmen, welches man gar wohl tun kann, weil man immer wieder jemanden hier findet der es wieder abnimmt. Die Hauptsache wäre nun daß Sie das Quartier sähen, daß man sich bespräche und entschlösse. Sie brächten Ihr Stück mit und ich hätte von meiner Seite wohl auch etwas mitzuteilen. Ich wohne noch im Garten und Sie könnten nur gerade bei mir anfahren; Meyer wird schon für Ihr Unterkommen sorgen. Es ist das nötige deshalb bestellt; das übrige würde sich finden.

Ich schicke diesen Brief mit der Post und sage heute nichts mehr. Leben Sie recht wohl.

G.
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