> Gedichte und Zitate für alle: Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 11.06.1802 (862)

2015-03-23

Briefwechsel Goethe-Schiller: An Schiller 11.06.1802 (862)



AN SCHILLER.

Jena den 11. Juni 1802.

Meine Arbeit hat gut gefördert, ob sie gleich viel weitläufiger geworden ist, als ich gedacht habe.

Einige Motive gegen das Ende sind noch auszuführen, übrigens ist alles schon ins reine und in die Rollen geschrieben.

Sonntag Abend hoffe ich Ihnen es vorzulesen, versagen Sie sich nicht; denn Montags muß ich Leseprobe halten. Freilich wenn man die Arbeit könnte vierzehn Tage liegen lassen, so ließe sich noch manches daran tun. Ich konnte freilich nicht alle Motive egal ausführen. Ich werde über zwanzig Auftritte bekommen, worunter freilich sehr kleine sind; doch sieht man daraus wenigstens das mannigfaltige Hin- und Wiederrennen der Personen und auch die Mannigfaltigkeit der Motive, da sie nicht ohne Not kommen und gehen. Leben Sie recht wohl; ich kann wohl sagen daß ich diese Arbeit mit desto freierm Mut unternommen habe, da Sie die Idee und Anlage zu billigen schienen.

G.
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