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2015-04-08

Gedichte v. D.v.Liliencron: Schiller (50)

 


Schiller

Von allen Türmen stürzen Glockenklagen,
Zuweilen dröhnt’s wie tiefe Bässe drein.
Bald schwächer, stärker tost der Erzverein,
Bald stärker, schwächer, wie sich Tiere jagen.

Und eine Stunde währt dies Klöppelschlagen.
Die Menge drängt sich auf dem Bürgerstein,
Lacht, schachert, schäkert, schwatzt in bunten Reihn.
„Wer ist gestorben?“ hör ich keinen fragen.

Vor hundert Jahren starb in dieser Stunde,
Starb wortlos Friedrich Schiller. Wißt ihr’s nicht?
Nein, nur die Lüfte schrein die Trauerkunde.

Der Genius, dem die Erde Dornen flicht,
Verließ den Staubplatz der Arenenrunde -
Der große Dichter schweigt im Sternenlicht.

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