> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von J.W.v.Goethe: Mädchen (104)

2015-04-23

Gedichte von J.W.v.Goethe: Mädchen (104)





        Mädchen

Ich zweifle doch am Ernst verschränkter Zeilen!
Zwar lausch ich gern bei deinen Silbespielen;
Allein mir scheint, was Herzen redlich fühlen,
Mein süßer Freund, das soll man nicht befeilen.

Der Dichter pflegt, um nicht zu langeweilen,
Sein Innerstes von Grund aus umzuwühlen;
Doch seine Wunden weiß er auszukühlen,
Mit Zauberwort die tiefsten auszuheilen.

Dichter

Schau, Liebchen, hin! Wie geht's dem Feuerwerker?
Drauf ausgelernt, wie man nach Maßen wettert,
Irrgänglich-klug miniert er seine Grüfte;

Allein die Macht des Elements ist stärker,
Und eh er sich's versieht, geht er zerschmettert
Mit allen seinen Künsten in die Lüfte.

alle Gedichte von Goethe                                                                                           nächstes Gedicht


Keine Kommentare: