> Gedichte und Zitate für alle: A. L. Karsch Gedichte: Das Lob des Essens (11)

2015-08-06

A. L. Karsch Gedichte: Das Lob des Essens (11)



Das Lob des Essens

An Quintus Icilius.
1764.

Das Lob des Rebensaftes ward
Von keinem Dichter je vergessen,
Doch keiner sang mit gleicher Art
Das Lob vom guten Essen.

O, wenn wir von dem Hunger stark
Getrieben sind zum vollen Tische,
Erregt alsdann des Rindes Mark,
Der Brustkern, und die Fische,

Das Feldhuhn, oder von dem Reh
Der wohlgebratne zarte Rücken,
Und selbst der Hummer aus der See,
Dem Gaumen kein Entzücken?

Wie? wäre nicht aus Calekut
Der Hahn, und eines Hammels Lende
So liederwert, als Traubenblut,
Das ich vortrefflich fände?

Sprich, Quintus! wenn Du müd und matt
Ins Lager kamst von Kriegestaten,
Wie reizte Dich das Schulterblatt
Des Ebers frisch gebraten!

Mit welcher Wollust des Geschmacks
Verzehrtest Du, statt der Melonen
Und Pfirsichen, den trocknen Lachs
Beträufelt von Zitronen!

Und wenn Dir noch anjezt Cothen
Nichts darf verbieten, nichts befehlen,
Siehst Du mit Lust die Schüsseln stehn
Und lobst sie vor Pokälen.

alle Gedichte von Karsch                                                                                                           weiter


Keine Kommentare: