> Gedichte und Zitate für alle: Goethe-Mein Faust-Urfaust-1 1772/73 (1)

2015-09-30

Goethe-Mein Faust-Urfaust-1 1772/73 (1)




Urfaust

1772/73


Wie bereits erwähnt ist der früheste Text den wie kennen die Abschrift der Luise Göchhausen und Goethe erwähnt seinen Faust erstmalig in einem Brief an Auguste Gräfin zu Stolberg (1) Datum vom 17.09.1775. Äußerungen von Zeitgenossen weisen daraufhin das Goethe seit etwa 1773 mit der Niederschrift begonnen hatte und Überlegungen zum Konzept vielleicht bis in die Straßburger Zeit zurückreichen. Eine nähere Datierung ist auf Grund der Quellenlage nicht möglich wenn auch einzelne Literaturwissenschaftler versucht haben die Entstehung einzelner Szenen zu datieren. Solche Versuche beruhen lediglich auf Indizien die keine Beweiskraft haben. 

Den ersten schriftlichen Hinweis eines Zeitgenossen über Goethes Arbeit haben wir F.W.Gotter (2) zu verdanken. Goethe hatte diesen im August 1772 in Wetzlar kennen gelernt und in  "Dichtung und Wahrheit" erinnert er sich: "„Wir brachten viele vergnügte Stunden zusammen zu in denen wir uns wechselseitig unsere Kenntnisse, Vorsätze und Neigungen mittheilten" . Im Juni 1773 sendet Goethe den gerade erschienenen "Götz" an Gotter und als Beilage enthält die Sendung eine lustige Brief-Epistel. Möglicherweise haben Goethe und Gotter im Jahr 1772 schon über die Faustpläne gesprochen denn Gotter antwortet:


1. Friedrich Wilhelm Gotter an Goethe





.................................................
So freute doppelt mich der Spaß.
Ich liebe Dich ohn Unterlaß. 
Du nächstens im Merkurius 
Wirst finden was von meiner Mus,

Und freut mich recht von Herzensgrund, 

Wenn Dir der Dreck gefallen kunnt.
Schick mir dafür den Doctor Faust, 
Sobald Dein Kopf ihn ausgebraust.



1. Auguste Gräfin zu Stolberg: 7. Januar 1753 in Bad Bramstedt; † 30. Mai 1835 in Kiel. Die Gräfin, war die jüngere Schwester der beiden romantischen Dichter, Graf Friedrich Leopold zu Stolberg und Graf Christian zu Stolberg die mit Goethe eine zeitlang befreundet waren. Die Gräfin, die Goethe niemals persönlich traf, pflegte mit diesen über einige Jahre einen regen Briefwechsel. Dort ging sie als Goethes "Gustchen" in die Literaturgeschichte ein. 

A.Gräfin z. Stolberg an Boie über den "Werther"
Zwei Briefe Goethes an A.Gr.z.Stolberg






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