> Gedichte und Zitate für alle: J.v.Eichendorff- Gedichte 1841- In das Stammbuch der M.H. (139)

2015-09-22

J.v.Eichendorff- Gedichte 1841- In das Stammbuch der M.H. (139)



 In das Stammbuch der M.H.

Akrostichon mit aufgegebenen Endreimen

Ist hell der Himmel, heiter alle Wellen,
Betritt der Schiffer wieder seine Wogen,
Vorüber Wald und Berge schnell geflogen,
Er muß, wohin die vollen Segel schwellen.
In Duft versinken bald all liebe Stellen,
Zypressen nur noch ragen aus den Wogen,
Herüber kommt manch süßer Laut geflogen,
Es trinkt das Meer der Klagen sanfte Quellen.
Nichts weilt. – Doch zaubern Treue und Verlangen,
Da muß sich blühnder alte Zeit erneuern,
Öffnet die Ferne drauf die Wunderlichtung,
Ruht dein Bild drin, bekränzt in heil'ger Dichtung. –
Fern laß den Freund nach Ost und West nur steuern,
Frei scheint er wohl – du hältst ihn doch gefangen!

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