> Gedichte und Zitate für alle: J.v.Eichendorff- Gedichte 1841- Mandelkerngedicht (67)

2015-09-16

J.v.Eichendorff- Gedichte 1841- Mandelkerngedicht (67)




       Mandelkerngedicht

Zwischen Akten, dunkeln Wänden
Bannt mich, Freiheitbegeh renden ,
Nun des Lebens strenge Pflicht,
Und aus Schränken, Aktenschichten
Lachen mir die beleidigten
Musen in das Amtsgesicht.

Als an Lenz und Morgenröte
Noch das Herz sich erlab ete ,
O du stilles, heitres Glück!
Wie ich nun auch heiß mich sehne,
Ach, aus dieser Sandeb ene
Führt kein Weg dahin zurück.

Als der letzte Balkentreter
Steh ich armer Enterb eter
In des Staates Symphonie,
Ach, in diesem Schwall von Tönen
Wo fänd ich da des eige nen
Herzens süße Melodie?

Ein Gedicht soll ich euch spenden:
Nun, so geht mit dem Leid enden
Nicht zu strenge ins Gericht!
Nehmt den Willen für Gewährung,
Kühnen Reim für Begeist erung,
Diesen Unsinn als Gedicht!

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