> Gedichte und Zitate für alle: J.v.Eichendorff- Gedichte v. 1841- Klang um Klang (260)

2015-10-08

J.v.Eichendorff- Gedichte v. 1841- Klang um Klang (260)

    

 Klang um Klang

1.

Es ist ein Klang gekommen
Herüber durch die Luft,
Der Wind hat's gebracht und genommen,
Ich weiß nicht, wer mich ruft.
Es schallt der Grund von Hufen,
In der Ferne fiel ein Schuss –
Das sind die Jäger, die rufen,
Das ich hinunter muß!

2.

Das sind nicht die Jäger – im Grunde
Gehn Stimmen hin und her.
Hüt dich zu dieser Stunde,
Mein Herz ist mir so schwer!

Wer dich liebhat, macht die Runde,
Steig nieder und frag nicht, wer!
Ich führ dich aus diesem Grunde –
Dann siehst du mich nimmermehr.

3.

Ich weiß einen großen Garten,
Wo die wilden Blumen stehn,
Die Engel frühmorgens sein warten,
Wenn alles noch still auf den Höhn.
Manch zackiges Schloss steht darinne,
Die Rehe grasen ums Haus,
Da sieht man weit von der Zinne,
Weit über die Länder hinaus.

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