> Gedichte und Zitate für alle: J.v.Eichendorff- Gedichte v.1841-Jugendandacht-9 (324)

2015-10-17

J.v.Eichendorff- Gedichte v.1841-Jugendandacht-9 (324)



 9.

Es wendet zürnend sich von mir die Eine,
Versenkt die Ferne mit den Wunderlichtern.
Es stockt der Tanz – ich stehe plötzlich nüchtern,
Musik läßt treulos mich so ganz alleine.

Da spricht der Abgrund dunkel: Bist nun meine;
Zieht mich hinab an bleiernen Gewichtern,
Sieht stumm mich an aus steinernen Gesichtern,
Das Herz wird selber zum kristallnen Steine.

Dann ist's, als ob es dürstend Schmerzen sauge
Aus lang vergeßner Zeit Erinnerungen,
Und kann sich rühren nicht, von Frost bezwungen.

Versteinert schweigen muß der Wehmut Welle,
Wie willig auch, schmölz ihn ein wärmend Auge,
Kristall zerfließen wollt als Tränenquelle.

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