> Gedichte und Zitate für alle: W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...23.06.1781 Merck an Herzog Karl August (284)

2015-10-16

W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...23.06.1781 Merck an Herzog Karl August (284)



23. Juni

Darmstadt. Merck an Herzog Karl August

Über Joh. August von Kalb und Siegmund von Seckendorff, die Merck in Kassel getroffen hatte; sie schienen andere Anstellungen zu suchen.

Diese Herren samt und sonders bleiben Ihnen so lange schlecht zugetan, als es Ihnen gefällt, selbst zu denken und den meisten Teil der von Gott verliehenen Gewalt mit eigner Faust zu halten. Alle Ihre Handlungen würden aber bald in dem brillantesten Lichte erscheinen, sobald diese Herren auf Ihrem Stuhl säßen und Sie selbst nur die weiche Polster dazu hergäben. Ihre einzige und hartnäckige Klage ist immer diese, daß, besonders seit ohngefähr zehn Monaten, mit Ihnen schlechterdings nichts zu machen wäre und daß Sie absolut selber wollten und begehrten und nicht um Rat fragten. 

Von Goethen sprechen sie sehr vernünftig und hoffen, er solle sich bald retirieren, weil er gewiß einsehe, daß er sich geirrt habe und nichts in dieser Galeere verloren hätte.

Galeere aus Molieres "Fourberies de Scapin ", wo Geroute siebenmal fragte: Que diable allait-il faire dans cette galfere?

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