> Gedichte und Zitate für alle: W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...Leisewitz in seinen Tagebuch (368)

2015-10-12

W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...Leisewitz in seinen Tagebuch (368)



8. und 14. August

Weimar. Leisewitz in seinem Tagebuch

Leisewitz, aus Braunschweig, als Dichter des "Julius von Tarent zu Ansehen gelangt, suchte sich in Thüringen eine neue Stätte.

8. August. Zu Goethen, der auf einem sehr simpeln Gartenhause in der Gegend des Sternes wohnt. Er gefiel mir doch sehr; schon seine Physiognomie nahm mich sehr ein ...

Wir waren nur kurze Zeit da, weil wir später hinkamen, als er uns bestellt hatte ... Auf dem Hin- und Herwege sprachen Bode und ich viel Gescheutes, besonders über Goethens Stolz und Wielands Eitelkeit.

14. August. Zu Goethen, der mir doch ungemein gefiel. Ich hatte heute Gelegenheit, seine Physiognomie noch genauer zu betrachten: schöne braune Augen und ein hübsches Obergesicht; nur um den Mund einige unangenehme Züge. 

Wir speisten in einem Zimmer, das mit einigen antiken Statuen und mit Naturalienschränken besetzt war. Eine Statue des Apollo schien mir nur für das Zimmer zu groß.

Goethe zeigte in seinem Betragen die größte Simplizität ... Die Konversation war meistens sehr ernsthaft, und es dauerte lange, ehe ein Wort von Literatur vorfiel ...

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