> Gedichte und Zitate für alle: W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...02.11.1779 Georg Forster an Friedrich Jacobi ( 351)

2015-10-09

W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...02.11.1779 Georg Forster an Friedrich Jacobi ( 351)



2. November

Kassel. Georg Forster an Friedrich Jacobi

Jacobi hatte in seiner Beschwerde über Goethe mitgeteilt und hinzugefügt: "In kurzen werde ich der verschlossenste, stillste, duldsamste unter den Menschen sein." Forster redete zum Guten. 

Ich habe Goethen gesehen, gesprochen, aber nicht genug, um ihn zu kennen. Sein Freund Behrisch in Dessau hat mir seine ausgelassene Laune nicht verhehlt, ich aber habe ihn nicht darin gefunden. Hier war er ernsthaft, machte wenig Worte, frug mich wegen der Südländer, über deren Einfalt er sich freute, und hörte die meiste Zeit zu, da mich der Herzog befragte, in dessen Gegenwart wir uns fast immer nur gesehen haben. 

Hätte ich vermuten können, ja nur geahndet, daß Goethe Ihnen, mein Bester, so ungerecht und lieblos begegnen könnte, ich hätte doch auf meine und seine Worte besser achtgegeben. Allein ich habe auch nichts gemerkt, das Unbilligkeit gegen Sie verraten hätte. Als ich Ihnen schrieb, wir hätten viel von Ihnen gesprochen, sollte ich eigentlich gesagt haben, ich habe viel von Ihnen gesprochen... Goethe hörte mir mit Teilnehmung und in Gedanken zu ... Fast sein Letztes war, den Gruß an Sie zu wiederholen. Er nannte Sie noch immer Fritz.

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