> Gedichte und Zitate für alle: W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...20.11.1778 Elisabeth Goethe an Herzogin Amalia (334)

2015-10-06

W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...20.11.1778 Elisabeth Goethe an Herzogin Amalia (334)



20. November

Frankfurt. Elisabeth Goethe an Herzogin Amalia

Ihro Durchlaucht legen’s recht drauf an, Goethens Vater und Mutter in ihrer Einsamkeit zu erfreuen. Kaum haben wir uns über den „Jahrmarkt“ und alles, was dabei war, herrlich ergötzt, so bringt der Postwagen wieder etwas, in schönem grünem Wachstuch wohlverwahrt, mit ..., und Frau Aja tat einen großen Schrei, als sie ihren Häschelhans erblickte. Wir finden viele Gleichheit drinnen und haben eine große Herrlichkeit damit, wie das Ihro Durchlaucht sich leicht vorstellen können, da wir ihn selbst in drei Jahren nicht gesehen haben. Zumal da er im Frack gemalt ist, worin ich ihn immer am liebsten so um mich herum hatte, und es auch seine gewöhnliche Tracht war. Jetzt wird eine Rahm drum gemacht, und es wird in die Weimarrer Stube aufgestellt, sowie auch die drei Zeichnungen aus dem „Jahrmarkt“.

Am 4. Januar 1779 fügt sie hinzu: Das Porträt des Docters ist unsere und aller seiner Freunde Augenweide jedermann erkent ihn. Der Brief der lieben Freulein Thusnelde, die herrliche Zeichnungen von Herrn Krauße das Bänckelsänger Gemählde, hat uns so viel Freude gemacht, daß ich allen denen die nah oder fern theil daran haben 1000 heil und seegen zum Neuen Jahr wünsche. Wann Ihro Durchlaucht jetzt meine Weimarrer Stube sehen solten! Da Paradirt das döckergen als Herr geheimdter Legations Rath mit einem Schattenriß in der Hand, als Anderson, Hamann, Mardochai - Herr Krauße hätte uns gewiß keine größre Freude machen können.

Am 9. Februar erwähnt Sie wieder den  Sohn und sein Bild: Daß der Herr geheimde Legations Rath Häschelhanß sich wohlbefindet hat uns sehr gefreut, auch daß er brav Schlittschu gelaufen ist. Seine in dieser kunst hir zurück gelaßne Schüler, als Bölling, Rieße, Metzler u.s.w. haben diesmahl die sache in einen rechten schwung gebracht, zumahl da der Mayn zu war. Den Brief an Bölling habe so gleich bestellt; was wird der vor ein gejauchze verführen! Ohngeachtet mein Brief schon eine schöne länge hat, muß ich doch noch eins sagen. Das überschickte Porträt vom Docter macht uns Tag täglich viele Freude, alle Welt kent ihn beym ersten Anblick

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