> Gedichte und Zitate für alle: W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...11.10.1784 Friedrich Jacobi an die Fürstin von Gallitzin (341)

2015-10-26

W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...11.10.1784 Friedrich Jacobi an die Fürstin von Gallitzin (341)



11. Oktober

Düsseldorf. Friedrich Jacobi an die Fürstin von Gallitzin 

Nun erreichte ich endlich Weimar ... Goethe war, nach einem langen Herumreisen im Harz, eben nach Hause gekommen. Wegen der mit einem solchen Zuge verknüpften Ungewißheiten hatte er sich, nachdem er Braunschweig verlassen, nichts mehr nachschicken lassen. Er fand also nach seiner Zurückkunft meine beiden Briefe, war voll Sorge, ich möchte nicht mehr kommen, und wurde nun, da er mich unversehens in sein Zimmer treten sah, vor Freude blaß... 

Den 25. kam nun auch Claudius. Aber Sie, liebe Amalia, kamen nicht. Nach mir und meiner Schwester trauerte niemand mehr darüber als Goethe. Er hatte über Ihren großen Schattenriß eine unsägliche Freude. Mein Vorsatz war, ihn nur eine Kopie davon nehmen zu lassen; aber er eignete sich ihn so eifrig zu, daß ich unmöglich dagegen ankonnte. 

Von der vornehmen Gesellschaft haben wir uns nicht stören lassen. „Ich weiß wohl“, sagte Goethe, „daß man, um die Dehors zu salvieren, das Dedans zugrunde richten soll; aber ich kann mich denn doch nicht wohl dazu verstehen.“ 

Am 29. reiste ich ab ...

alle vertraulichen Briefe                                                                                                          weiter




Keine Kommentare: