> Gedichte und Zitate für alle: W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...29.12.1779 Iffland an seinen Bruder (357)

2015-10-10

W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...29.12.1779 Iffland an seinen Bruder (357)



29. Dezember

Mannheim. Iffland an seinen Bruder

August Wilhelm Iffland. Ein zwanzigjähriger Schauspieler, vor 2 Jahren seinen Eltern in Hannover entlaufen.

Den 21. kamen Goethe und der Herzog von Weimar hieran. Sie sahen den „Ehescheuen“ ... Den 22. war Goethe zu Ehren freier Eintritt für jedermann und „Clavigo“.

Iffland berichtet, wie sehr Goethe in gelobt habe.

Den 23. sahe er den Baron Abslut in den „Nebenbuhlern“ von mir. Nach der Vorstellung kamen der Herzog und Goethe auf das Theater. Der Herzog sagte mir, so wie Goethe, viel Schönes. „Gehen Sie stracks fort auf Ihrer Bahn! Sie sind den Beifall wert, den Sie überall erhalten müssen. Adieu, adieu!“ Hier gab er mir die Hand. „Leben Sie glücklich! Denken Sie zuweilen an Goethe, er hat Sie lieb.“ 

Daß ich mir vor Freude hätte — einen Rausch trinken mögen, kannst Du denken. Goethe, Goethe sagte mir das!

Es war eine Seitentür auf dem Theater, durch die der Herzog und sein Gefolge vom Theater ging. Goethe, als ob er mechanisch überall Original wäre, ging schnell hinein und kam eher wie der Herzog. In der Art, wie er es tat, steckte das Sonderbare ...

Goethe hat einen Adlerblick, der nicht zu ertragen ist. Wenn er die Augenbrauen in die Höhe zieht, so ist, als ginge der Hirnknochen mit.

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