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2015-11-02

J.H.Merck-Gedichte: Der Hahn und das Pferd (11)



Der Hahn und das Pferd

„Das nenn ich ein Gesicht“, so sprach der Hahn zum
Pferde,
„Wenn man das siehet, was ich sah,
Ich find am schlechtsten Ort der Erde
Den Diamant aus Asia.
Den Stein, um den die Menschen Glück und Leben,
Wie mir ein altes Huhn vertraut,
Den Fluten willig übergeben.
An einem Ort, wo jedem graut,
Im Miste kann ich ihn entdecken,
Und hätt er tief, tief sollen stecken,
So hätt ich ihn hervorgebracht.
Wer, Freund, wer hätte das gedacht?
Es war am hellen lichten Tage,
Und keiner sah ihn außer ich.“
„Ach“, rief der Hengst, „das ist mir lächerlich.
Ich wiehre nur, so wird der Reuter, den ich trage,
Ein König.“ - „Hum“ , sprach drauf der Hahn,
„Halt eine Frage mir zugute,
Nicht wahr? Du wiehertest nach deiner Stute?“
„Und du, wie hast du denn den großen Fund getan?
Nicht wahr? Du suchtest dir ein Gerstenkorn, Herr Hahn?

Wenn nicht der liebe Zufall wäre,
Wo bliebe da denn unsre Ehre,
Wo blieben meine Verse gut.

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