> Gedichte und Zitate für alle: J.H.Merck-Gedichte: Der Hänfling und die Nachtigall (12)

2015-11-02

J.H.Merck-Gedichte: Der Hänfling und die Nachtigall (12)

      


 Der Hänfling und die Nachtigall

Der Hänfling sprach zur Nachtigall:
„Wie? Freundin, du wirst ewig schweigen?
Komm, eile, dich mit mir zu zeigen.
Die Vögel lauschen überall.
Siehst du den Storch an jenem Bach,
Den Adler auf der alten Eichen,
Sie flogen meinem Liede nach.
Doch schweige nur, ich laß mich hören.
Und nun ertönte sein Gesang,
Er sang der Nachtigall zu Ehren,
Sein Lied war elend, aber lang.
Der Adler stürzt sich von den Höhen
Auf einen Hasen und verschwand.
Der Storch blieb auch nicht lange stehen,
Hascht seinen Frosch und fliegt ins Land.
„Nun“ , rief sie, „Freund, hast du gesehen,
Was alle Vögel zu uns zieht,
Warum der Adler hier verzogen,
Der Storch nicht eher weggeflogen,
Sie horchten auf dein Lied.“

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