> Gedichte und Zitate für alle: O. J. Bierbaum- Irrgarten der Liebe: Pfingstomnibus (167)

2015-11-24

O. J. Bierbaum- Irrgarten der Liebe: Pfingstomnibus (167)





 Pfingstomnibus

Zwei dicke Isabellen,
Die ziehn das Räderhaus,
Darinnen sieht's von hellen
Pfingstkleidern lustig aus.

Der Kutscher auf dem Bocke
Sitzt zwischen Zweigen grün;
Wunder! An seinem Rocke
Zwei Fliederbüsche blühn.

Die Peitsche läßt er wehen
Wie linden Wimpelschwung,
Die dicken Gelben gehen
Heut wie zwei Fohlen jung.

Als wenn sie heut zu Ehren
Dem Frühlingsfeiertag
Silberbeschlagen wären,
Klingt ihrer Hufe Schlag.

In hellen Resonnanzen
Tönts wider der Asphalt,
Klipp-klapp von Liebe und Tanzen
Ein Lied empor mir schallt:

Ein lieber Junge ist der Mai,
Er sitzt mit grünem Kranze
Auf einer buschigen Linde srei
Und spielt uns auf zum Tanze.

Hat Augen grade so wie du,
Die wie zwei Sonnen scheinen,
Er spielt und schwingt den Takt dazu
Mit seinen nackten Beinen.

Komm, Mädel, gib mir deine Hand,
Wir wollen einen drehen,
Wie ihn der Mai, der Musikant,
Sein Lebtag nicht gesehen.

Nicht nach der Überzarten Art
Wolln wir im Kreise schleichen,
Wir tanzen heute Himmelfahrt
Und nach des Maien Geigen.

    Drum fassen wir uns fest und warm
Und wirbeln uns verwegen,
Hopp, Mädel, komm! In meinen Arm
Kannst du dich ruhig legen.

So hoch des Maien Geige singt,
So hoch will ich dich heben:
Wer tanzend in die Liebe springt,
Der springt ins ewige Leben.

     Hilf, heiliger Sankt Florian!

Einer roten Straußenfeder
Sagt ich eben Guten Abend;
Heil'ger Florian, da dacht ich
Dein und deiner roten Fahne.

Dacht auch deines Wasserkübels
Und der großen roten Flamme,
Die du löschst mit kaltem Strahle,
Und ich betete bedächtig:

Lösche, lösche, Floriane,
Diese rote Straußenfeder!
Denn sie brennt mir schon im Herzen,
Und das gibt ein Schadenfeuer!

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