> Gedichte und Zitate für alle: O. J. Bierbaum- Irrgarten der Liebe: Leere (283)

2015-12-05

O. J. Bierbaum- Irrgarten der Liebe: Leere (283)




Leere

Meine Seele ist krank, ich weiß nicht, nach wem,
Meiner Träume Gestalten sind Schleier und Nebel,
Die Stimmen, die ich höre, sind fern und verweht.

Ach, schweifende Sehnsucht ohne Ziel!
Irrflug der Seele!

Ich stehe einsam, seelenverlassen, arm
In weiter Wüste, starre Wolken nach,
Leeren Gebilden der Winde, die ich liebe,
Weil sie wie meine Seele ziellos sind,
Wechselgestaltige, sonnenangeglühte,
Hochfliegende, die immer wieder
Zur Erde müssen.

Und ist doch um mich rings das Leben voll Gestalten,
Das blutgetriebene, blühende, voll von Früchten,
Und manchmal klingen Laute an mein Ohr,
Und im Vorübergehen streift mich manche Hand,
Und heiße Augen seh ich, rote Lippen, leuchtendes Haar,
Gewänder, die von schönen Gliedern hold bewegt sind, –:

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