> Gedichte und Zitate für alle: O. J. Bierbaum- Irrgarten der Liebe: Muß ich denn einsam sein (284)

2015-12-06

O. J. Bierbaum- Irrgarten der Liebe: Muß ich denn einsam sein (284)




Muß ich denn einsam sein?

Ich habe Freunde, die ich neidlos liebe;
Die kahle Not entfloh aus meinem Hause;
Was Große bildeten, darf ich genießen,
Dankbar, nicht mäkelnd, hingegeben, ruhig;
Und, wohl bewußt der Kraft, die mir geworden,
Nicht hastig frech ins Übermäßige schweifend,
Selbstsicher im Bereiche meiner Kunst,
Füg ich fast mühelos mir zum Genuss
Gebilde an Gebild.

Was seh ich Wolken nach? Was schweifst du irr
Ins ziellos Weite, sehnsuchtkrank, oh Seele?

Ich weiß es wohl, was mich so einsam macht.
Dies alles, das ich habe, ist ein Tand,
Nicht wert, dafür des Morgens aufzustehn.

Du hast die Liebe nicht. Das Wort trifft mich.

Drum bin ich in des Lebens Fülle fremd,
Starr, wurzellos und blicke Wolken nach,
       Verwehenden Gebilden ohne Sinn.
Die große Leere und das größte Leid:
Liebloses Leben, kalte Einsamkeit

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