> Gedichte und Zitate für alle: W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...Zwischentext 1792 (572)

2015-12-14

W. Bode: Goethe in vertraulichen Briefen...Zwischentext 1792 (572)




Goethe hatte nach außen hin keinen Anteil an den Ereignissen der französischen Revolution gezeigt, und es war nur Wenigen bekannt, daß er ihr durchaus nicht anhing, wie die Mehrzahl der deutschen Gelehrten zunächst es tat. Aus dem "Großkophta" glaubte man schon seine Gleichgültigkeit gegen die Forderungen der Zeit zu erkennen. Als er nun aber am 8. August zur verbündeten Armee nach Frankreich abreiste, schien er sich deutlich zur Partei der Aristokraten und Unterdrücker zu stellen. Sein Beweggrund war nur, seinem Herzoge die gewünschte Gesellschaft zu leisten und dabei einen Krieg kennen zu lernen. Aber er verbrachte nun Monate unter französischen Emigrierten und ihren deutschen Helfern, die sich gewalttätig in die Angelegenheiten des andern Volkes mischten. Von jetzt an hatten alle Anhänger der freiheitlichen Bestrebungen Mißtrauen gegen den Fürstendiener und Aristokraten Goethe. 



Gerade um diese Zeit ließ er, der bisher in der Stadt zur Miete gewohnt hatte, das große Haus am Frauenplane, das ihm der Herzog schenkte, herrschaftlich umbauen und einrichten.

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