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2016-02-15

A. Glassbrenner: Verbotene Lieder: Die Sklaven-Emanzipation (26)





Die Sklaven-Emancipation

Lob und Heil, ihr großen Mächte,
Jubelnd euch gesungen sei,
Daß ihr ehrtet Menschenrechte,
Und die Sklaven machtet frei!

Und warum sie's nicht schon waren
Lange, das ist Einerlei!
Jetzt, nach wen'gen hundert Jahren,
Sind die schwarzen Sklaven frei.

O wie glücklich ist's auf Erden!
Völker, singt Juchhei, Juchhei!
Wenn's die weißen nun noch werden,
Dann sind alle Sklaven frei!

Auf, die Trompeten geblasen,
Deutschland, Deutschland ist frei!
Friedrich Wilhelm hat's gesprochen:
Was die Völker hofften, es sei!
Der König hat es gesprochen;
Nun jubelt's durch's ganze Reich;
Nun schmücken sich Thür und Fenster
Mit Blum' und grünem Zweig.

    Auf, auf, die Glocken gezogen!
Auf's Knie zum brünst'gen Gebet!
Gott hat sein Herz uns gelenket,
Erhört ist, was wir gefleht!
Nun ist ein Singen und Klingen
Durch's freie Vaterland;
Es reichen sich alle Feinde
Versöhnt die Bruderhand.

Lustfeuer auf den Bergen
Verscheuchen die schwarze Nacht,
Bis der erste Freiheitsmorgen
Erscheint in goldener Pracht.
Purpur'ne Wolken verkünden's:
Der Langersehnte ist da!
Und wie ein jubelnder Donner
Begrüßt ihn der Völker Hurrah.

Die Mädchen zieren mit Blumen
Der Männer Pflug und Schwert;
Es werden wie höhere Wesen
Die Freiheitssänger verehrt;
Dann braust es millionenstimmig:
Unser Gram, er ist vorbei!
Erfüllt ist, was uns versprochen!
Deutschland, Deutschland ist frei!

Und wie ein Gott der Erde,
Steht Friedrich Wilhelm da,
Noch so viel Glück und Liebe
Schuf keines Menschen Ja!
Sie feiern ihn mit Thränen
Der Wonne und des Danks;
Sie feiern ihn mit Tönen
Des schönsten Lobgesangs. –

Und als ich drauf erwachte,
Fand ich mich wieder kaum;
Die Lerchen drüben sangen,
Es flüsterte im Baum.
Ich war da eingeschlummert
An eines Waldes Saum:
Das rauschten wohl die Eichen!
Das war ein grüner Traum.

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