> Gedichte und Zitate für alle: M. Dauthenday: Ultra Violett- Dornröschen- Dornröschens Gedanken (33)

2016-02-21

M. Dauthenday: Ultra Violett- Dornröschen- Dornröschens Gedanken (33)



Dornröschens Gedanken

Zum Schlosse flog der Blütenwind,
Lockt über die goldene Schwelle
     Aus der Kemnate das Königskind
Hinaus in die Rosenhelle.

Der Rosenschein

(singt leiser draußen aus den Gärten)

Lautlos über den spiegelnden Plan
Ziehen die Schwäne silberne Bahn.
Goldregen in schimmerndem Schweigen
Rinnt von den zitternden Zweigen,
Nachtigall fleht im Syringenbaum,
Auf lauen Schwingen ein Schattentraum
Weht über die blauenden Matten.

Dornröschens Gedanken

Zwei Augen fragen im Sonnenreiche,
Gebet Antwort, wer ist die bleiche
Welle, die fern in Brandung rauscht,
Mein Herz hat nächtens den Klagen gelauscht.

Rosenschein

(wird bleicher und singt gedämpfter)

Stumm über dunkeln Buchensaum
Treibt der blendende Wolkenschaum.
Blanke Blätter sonnentrunken
Heben und senken zückende Funken.

Dornröschens Gedanken

Sonne spielt mit dem Königskind,
Will sich in Schweigen verstecken.
Schatten huschen im Ulmengang,
Schwarz rauschen die Efeuhecken.

Eine Harfe spielt aus einem düstern Winkel des Turmgemachs eine alte
Volksweise.

Dornröschens Gedanken

(näher am Turm)

Das Königskind horcht,
Eine Harfe singt
    Tief aus dämmernden Lauben,
Der Sang klingt purpurn,
Schmilzt Sonnenrot
Blut aus brennenden Trauben
.
Unsichtbar singt der Dichter zur Harfenmelodie, die sich wiederholt.


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