> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Kurt Tucholsky: Das Heil von außen (24)

2016-03-09

Gedichte von Kurt Tucholsky: Das Heil von außen (24)




Das Heil von außen

  Was wir bereits gestorben glaubten,
ist, hols der Teufel, wieder da:
die alten achselstückberaupten
Kommis der Militaria.

Das wandelt wie in alten Tagen,
für alles Neue gänzlich taub:
man trägt nur manches auf dem Kragen
und ist ein Kerl mit Eichenlaub.

Das sind doch alles Kleidermoden:
der Ärmelschmuck und wie das heißt . . .
Man stellt sich einfach auf den Boden
der neuen Welt – im alten Geist.

Und haben wir den Krieg verloren:
die Herren, silberig besternt,
verschließen ihre langen Ohren –
sie haben nichts dazugelernt.

Und nur ein Friede kann uns retten,
ein Friede, der dies Heer zerbricht,
zerbricht die alten Eisenketten –
der Feind befreit uns von den Kletten.
Die Deutschen selber tun es nicht.

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