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2016-03-15

Gedichte von Kurt Tucholsky: Saxo-Borussen (113)





 Saxo-Borussen

  Möchten Sie Saxo-Borusse sein?

Domela hat sie genau beschrieben:
was sie auf ihrer Kneipe trieben –
(Rülps)
wie sie fechten, fressen und saufen,
sich niemals ein Kollegheft kaufen –
jeder ein hochfeudales Schwein . . .
Ein feiner Verein.

Möchten Sie Saxo-Borusse sein?
Ramsch . . . Manieren: frech und beflissen –
»Werde zu Hause zu rühmen wissen!«
(Rülps)
Füchsegetriez und Chargenspiel;
Ideal: der uralte Leutnantsstil . . .
»Kein Bürjerlicher kommt hier zu uns rein –«
Ein feiner Verein.

Möchten Sie Saxo-Borusse sein?
Das ist gar nicht übel. Im Westen und Osten
gehören ihnen die Botschafterposten –
sie beherrschen Deutschland. Sie sind dran.
Sie intrigieren. Mann für Mann.
In Peking, in Rio und in Madrid:
immer läuft ein Korpsband mit.
Und mit diesem Korpsband zieht die Blase
ein ganzes Volk an seiner Nase.
Wir fressens aus. Sie brockens uns ein.
Wer möcht da nicht Saxo-Borusse sein –!

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