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2016-04-12

Gedichte von S. George: Die Rose (14)



Die Rose

Lenz und sommer sind so kurz.
Aus dem sonnigen reich der blüten
Ach welch tötend jäher sturz
In des herbst und winters wüten!..

Warum klagst und jammerst du?
Nach dem blühn kommt früchtetragen.
Reife reife immerzu
Und dir ist nicht grund zu klagen...

Unzertrennlich arme rose
Ist dies ach mit meinem lose:
Nur im sommer darf ich prangen
Und wenn sich im herbst die bäume
Kräftig schön mit früchten füllen
Muss ich tief von scham befangen
Meines blühens frucht verhüllen ...
Nur vergangne süsse träume
Dürfen mir von ferne winken
Und in weh muss ich versinken.

Drunten zieht mit bunten wimpeln
Schnell ein schiff den strom entlang –
Saiten-klingen und gesang.

An dem abhang steht der winzer
In der sonne siedend heiss –
Schwere arbeit saurer schweiss.

Droben senkt man auf dem friedhof
Einen in die frische gruft –
Klagetöne moderduft.

Freude mühsal tod birgt in sich
EINE zeit EIN himmelsstrich –
Keiner findets wunderlich.


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