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2016-04-12

Gedichte von S. George: Erster Frühlingstag (18)



Erster Frühlingstag

Schon hab ich seine nähe gefühlt
Schon seinen zauber empfunden
Doch das war im süden drunten
Wo die sinne nichts andres ahnen
Als wärme schönheit und licht.

Es schwand der duftige traum ...
Ich ward in den norden entrückt
Wo grade der kampf begann
Des jugendlich schönen gottes
Mit dem alten finsteren mann.

Der sieg scheint entschieden zu sein.
Heut bricht zum erstenmal
Des frühlings gewalt auf mich ein
Unter dem grünenden dache
Im weiten sonnigen park.

Heut ist mein erster lenzestag.
Gierig trinkt seine wonnen ein herz
Das starker regungen bar
Zu kleinen lieben sich zwingt
Und nach einer grossen vergebens ringt.

Die alte liebe noch?
In ihrer torheit noch und wildheit gleich
An lockenden und üppigen bildern reich?
Sie ist noch so.
Das blumenblättchen deiner hand entflogen
An dem ich fromm und ehrfurchtsvoll gesogen?
Nein nicht mehr so!
Sie ist noch – schlägt noch ihre alten wunden
Jedoch das heilige ist daraus entschwunden.

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