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2016-04-12

Gedichte von S. George: Frühe Liebe (23)



 Frühe Liebe

Wenn plötzlich du dem harrenden entschwandest
Wenn deinen süssen anblick ich versäumte
Wenn achtlos du die augen von mir wandest
Der ich den ganzen tag von dir nur träumte
So fasste mich ein schmerzlich wildes grämen
Ja ernster tränen musste ich mich schämen.

Als ich nun hörte wie in langen peinen
Du auf dem schmerzenslager dulden solltest
Was konnte ich da mehr als bitter weinen
Wie einst als du mich nicht verstehen wolltest?
Ich weinte – ja – doch mit der tage schwinden
Nicht mehr so bitter konnte ichs empfinden.

Du starbst und ohne träne konnt ich hören
Was einst mir schien des schicksals schwerste qual ...
Im alltagsleben konnt es kaum mich stören
Und wo dein grab ist weiss ich nicht einmal.

Es heulet der dezemberwind
Verwirret schnee und regen ...
Ich eile durch die stadt geschwind
Der wetternacht entgegen.

Die arme tiefgequälte brust
Mit kämpfen ohne ende
Ergetzet sich in wilder lust
Am streit der elemente.

Sie sieht darin ihr eignes bild ...
Nur dass der neue tageshimmel
Die stürme stillet noch so wild
Doch nicht in ihr das kampfgewimmel.

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