> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Wilhelm Müller: Der Finken Gruß (18)

2016-04-23

Gedichte von Wilhelm Müller: Der Finken Gruß (18)



 Des Finken Gruß

Im Fliederstrauch ein Finke saß
Und sang,
Er sang wohl dies und sang wohl das,
Was klang.

Nun werft den Winter aus der Thür
Weit, weit!
Der liebe Mai ist wieder hier,
Ihr Leut'!

Er hat ein grünes Röckchen an
Von Gras,
Hat bunte blanke Knöpfe dran
Von Glas.

Ein großes Auge hat der Fant,
Ist blau:
Paßt auf, ob nicht durch Tür und Wand
Er schau'!

Sein Odem tränkt so frisch und rein
Die Luft,
Sein Haar muß ganz gepudert sein
Mit Duft.

Er weiß mit Jungfern umzugehn
Gar fein,
Die Burschen auch ihn gerne sehn
Im Hain.

     Den Kindern bringt er Spielwerk mit:
Woher?
Aus Nürnberg von dem Blumenschmidt,
Daher!

Und was soll für die Philister sein?
Ja was?
Die fangen sich Mücken und Fliegen ein
Zum Spaß.

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