> Gedichte und Zitate für alle: Gedichte von Wilhelm Müller: Januar (24)

2016-04-23

Gedichte von Wilhelm Müller: Januar (24)



Januar

Ich bringe dir in weißen kalten Händen
Ein warmes Haus, erhellt von tausend Kerzen,
Bewohnt von bunten Spielen, Tänzen, Scherzen,
Von Amoretten auch, die Pfeile senden.

Sie flattern auf und ab an allen Enden,
Die Jungfrau schaut besorgt nach ihrem Herzen,
Die Andre schon nach Einem, der den Schmerzen
Der Wunde möchte süßen Balsam spenden.

Als hülfreich hab' ich immer dich erfunden,
Vor Allem, wo es gilt den schwachen Schönen,
Drum, denk' ich, wird sie nicht bis morgen klagen.

Bald sind verrauscht des Festes heiße Stunden,
Schon hör' ich Hufschlag vor dem Thore dröhnen:
Reich' ihr den Arm und führe sie zum Wagen!

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