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2016-05-26

Gedichte v. C.H.v. Hoffmannswaldau: Scherzlied (25)



 Schertz-lied

Als die Venus neulich sasse
In dem bade nackt und bloß/
Und Cupido auff dem schooß
Von dem liebes-zucker asse/
Zeigte sie dem kleinen naben
Alles was die frauen haben.

Marmel-hügel sah er liegen/
Von begierden auffgebaut;
Sprach zur mutter überlaut:
Wenn werd ich dergleichen kriegen/
Daß mich auch die schäferinnen/
Und die damen lieb gewinnen?

Venus lacht aus vollem munde
Uber ihren kleinen sohn:
Denn sie sah und merckte schon/
Daß er was davon verstunde/
Sprach: du hast wohl andre sachen/
Die verliebter können machen.

Unterdessen ließ sie spielen
Seine hand auff ihrer brust:
Denn sie merckte/ daß er lust
Hatte weiter nachzufühlen/
Biß ihr endlich dieser kleine
Kam an ihre zarte beine.

Als er sich an sie geschmieget/
Sprach er: Liebes mütterlein/
Wer hat an das dicke bein
Euch die wunde zugefüget?
Müst ihr weiber denn auff erden
Alle so verwundet werden?

Venus konte nichts mehr sagen/
Als: du kleiner bösewicht/
Packe dich/ du solst noch nicht
Nah dergleichen sachen fragen.
Wunden/ die von liebes-pfeilen
Kommen/ die sind nicht zu heilen.

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