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2016-05-08

Gedichte v. G.K.Pfeffel: Der Mond (34)



Der Mond

Der volle Mond, der stillen Tugend Bild,
Der längst nicht mehr mein Herz mit Wonne füllte,
Hieng als ein diamantner Schild
Am Firmament. Sein holder Schimmer hüllte
In Silberflor den Busen der Natur.
Ein Schäferhund, der Cerberus der Flur,
Erblickte das Gestirn; in seiner Galle kochte
Geheime Wuth; er hob den Kopf empor
Und bellte, was er bellen mochte.
Schon eine Stunde trieb der Thor
Den wunderlichen Krieg; schon glühte seine Lunge,
Schon war er matt und heisch, als ihn des Nachbars Hahn
Im Toben unterbrach. Ey, rief er, armer Junge!
Was wandeln dich für Grillen an?
Du haderst mit dem Mond, daß uns die Ohren gellen,
Und brüllst umsonst dir deine Kehle wund;
Er höret dich ja nicht. Ey was! versetzt der Hund,
Man hört sich selber gerne bellen.

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