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2016-05-11

Gedichte v. G.K.Pfeffel: Die Turteltauben (58)



 Die Turteltauben

An Doris.

Ein paar Turteltauben saß
Brust an Brust im bunten Gras.
Plötzlich hört es nah im Hayn
Einen Todtenvogel schreyn.

Ängstlich sahen beyde sich
Steif ins Auge. »Ruft er mich?«
»Ruft er dich?« – »O Götter, nein
Lasset mich das Opfer seyn!«

Also stritten sie vertraut
Und ihr Busen klopfte laut,
Als ein Weyh, die Pest der Flur,
Schnell auf sie herunterfuhr.

Kinder, ey was zankt ihr euch? –
Besser ists, ihr sterbt zugleich,
Spottet er mit bittrer Wuth
Und verspritzt ihr edles Blut.

O wie gut, wie gut bist du,
Röchelt ihm der Gatte zu:
Freund, o scharre mein Gebein
In den Sand mit ihrem ein!

Weinend hört der Vater Pan
Dieses letzte Wort mit an;
Jagt dem Weyh die Leichen ab
Und baut ihnen selbst ein Grab.

Doris hörst du das Gebet,
Das mein Herz zum Himmel fleht?
Ja, du hörst es; – leise sprach
Oft dein Herz es meinem nach.
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