> Gedichte und Zitate für alle: Albert Werfer: Weihnachtslieder-2 (38)

2017-08-15

Albert Werfer: Weihnachtslieder-2 (38)



2.

O heilges Kind, was soll ich Dir
Am heut'gen Abend schenken?
Ich bin so arm, es fehlet mir
An würdigen Geschenken.

Rings blühen keine Blumen mehr,
Dir einen Kranz zu winden,
Um keine Traube, keine Aehr'
Ist auf dem Feld zu finden.

Kein Brünnlein von den Bergen quillt,
Erstorben sind die Hügel,
Es tropft kein Honig süß und mild,
Kein Bienlein regt die Flügel.

Auch hab' ich Gold und Weihrauch nicht,
Mir fehlt die Myrthenstaude,
Doch fehlt es mir an Lieder nicht,
Komm her, Du meine Laute!

Tönt lieblich durch die heilge Nacht,
Ihr Gott geweihten Saiten,
Und lobet Ihn, der uns gebracht
Zu selge Weihnachtsfreuden:

Der alle Pforten aufgetan,
Zersprengt hat alles Riegel,
Gefacht ein neues Feuer an,
Gelöst des Todes Siegel.

Rausch laut, rausch laut, Du Liederquell,
Indes auf Berg und Höhen
Die Bächlein all krystallenhell,
Die Brünnlein stille stehen.

Auch weiß ich wo ein armes Kind,
von Jedermann verlassen,
Dem seine Eltern tot längst sind,
Ich will es rufen lassen,

Anzünden ihm dem Weihnachtsbaum
Mit Früchten sie sind labend,
Und träumen holden Kindestraum

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