> Gedichte und Zitate für alle: Der Regenbogen (11)

2017-08-29

Der Regenbogen (11)

Der Regenbogen


Der Regenbogen

Es wankt ein armer Knabe
Mit scheu erflehtem Brod
Zu seiner Eltern Grabe,
Und weint in Hertzensnoht.

Ein Ungewitter schwebet
In Blitz und Donner her;
Umrauscht vom Sturm erbebet
Der Knab' und athmet schwer.

Er faltet seine Hände
Und spricht, da tief im graut:
„O Mutter, Rettung sende!“
Mit fast erstorb' nem Laut.

Da scheint ein Regenbogen
Zur Brücke sich zu zieh'n;
Er fühlt sich fortgezogen,
Die dunkle Erde flieh'n.

Und auf der lichten Brücke
Erreicht er Himmelshöh' n,
Ihn locken Engelsblicke
Und feierlich Getön'.

Auch höret er in Grüßen
Der Eltern segnend Wort:
Er sinkt zu ihren Füßen
Und will nun nicht mehr fort!-

Und lächelnd lag der Knabe
Bei nächstem Morgenroth
Auf seiner Mutter Grabe-

Keine Kommentare: