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2017-08-25

Gedichte von Eduard Ille: Da pflück' ich Blumen hier an Baches Rand (1)



Da pflück' ich Blumen hier an Baches Rand

Da pflück' ich Blumen hier an Baches Rand,
Der fernen Freundin als Erinnerungs-Pfand;

Wohl sind sie welk, bis sie zu ihr gelangen,
Die jetzt so frisch, so lebensfreudig prangen,-

Doch desto treuer zeigen sich alsdann
Des Freundes stilles Leid der Freundin an.

Die Glocke ruft in's inhaltslose Treiben
Des Bads zurück, der Cur treu zu bleiben.

Da wandelt sie,-der schönen Welt zur Schande,-
Die „schöne Welt“ im starren Moden-Tande.

Nach bester Macht zwängt Jede hier und Jeder
Selbst der Natur allgüt'ge Hand in Leder.

Das Männlein schleppt sich müd' am Alpenstocke,
Die Alpenrose seufzt in Fräuleins Locke.

Dort preist man Esel, kurz-und langgeöhret,
Derweilen aber spielen ungehöret
Die Böhmen draußen vor des Saales Thüre
Beethoven's eh'rne Egmonts- Ouvertüre.

Beethoven! Dir zur Ehr' will ich indessen
Der fernen Freundin diese Blumen pressen,
Bis daß die Mutter aus dem Kirchlein kehret,
Drinn Gottes Liebe betend sie verehret.

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