> Gedichte und Zitate für alle: Ille: In der Ferne (10)

2017-08-26

Ille: In der Ferne (10)



In der Ferne

Still liegt die Welt und schlummernd
Im letzten Abendschein,
Ich sitz' in meinem Stübchen
Wohl schweigend und allein.

Zur Ruhe und zum Frieden
Die Abendglocke ruft,
Um meine heiße Stirne
Spielt linde Frühlingsluft.

Herein in's Fenster blicket
Der liebe Abendstern:
O Abendstern, o grüß' mir
Mein Lieb in weiter Fern'!

Zieht hin mit meinem Gruße
Wohl über Berg und Thal,
Zieht hin zu ihr und sprich ihr
Von meiner Lieb und Qual!-

O Frühlingsluft, was gilt mir
Dein weicher Blüthenkuß,
Wenn sie, die schönste Blüthe,
So fern mir bleiben muß!?

Du Schwalbe an meinem Fenster,
Was gilt Dein Zwitschern mir?
Du bringst den Frieden,-sagt man,-
Doch Fried' ist nur bei Ihr;

Ja, Lenz und Glück und Frieden
Entschwand mir, seit sie schied,
Nur die Erinnerung blieb mir

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