> Gedichte und Zitate für alle: Greise (13)

2017-08-17

Greise (13)



Greise

Die Greise in der letzten Lebenswende,
Von Leid gebrochen, fühlen sie sich kaum,
Ihr Leben ist ein Dämmern ohne Ende,
Ein dumpfer Seelenschlummer ohne Traum.

Sie sitzen still und teilnahmlos gleich Toten
Im Lehnstuhl, wie geformt aus gelbem Ton,
Sie blicken vor sich nieder und die Boten
Der Nacht umhüllen sie mit Flügeln schon.

Sie fühlen noch das Leben und die Tage
Sinnlos verworren durch die Stube ziehn,
Und still und langsam, ohne Krampf und Klage,
Gleich welken Pflanzen sinken sie dahin.

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