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2017-08-28

Gubitz-Als Sie nun Sühne gebot (2)

Porträt Gubitz


Als Sie nun Sühne gebot

Die zehn Gebote kennest Du kaum mehr,
So sagtest neulich Du; für Dein Gebot
Sie anzudeuten, scheint mir wirklich noth,
Und ihnen mag's als Sühn' und Gegenwehr.

Erstes Gebot

„Du sollst nicht and're Götter ehren
Und haben neben mir!“
Die Göttin will es nicht verwehren,
D'rum wend' ich mich zu Dir!

Zweites

Daß nimmer ich  „unnützlich führe
Den Namen Gott“, bekräft'ge nur
Mit Deinem Reiz ich meine Schwüre,
Denn Himmlischhohes will der Schwur!

Drittes

Daß ich dies halten mag,
Sag' täglich mir: „Du bist geliebt!“
Solange Gott mir Dich dann giebt,
Ist „heilig“ jeder Tag.

Viertes

„Die Eltern ehr' ich“, wie' s hier heißt,
Und bin mit Lust ein folgsam Kind,
Da Deine Schönheit und Dein Geist
Die Eltern meiner Liebe sind.

Fünftes

Es lehrt: „daß man nicht tödten soll“,
D'rum wirft dem Blick nicht zornesvoll,
Bedenk', daß man nicht tödten soll!

Sechstens

„Man soll auch nicht die Ehe brechen“,
Ein Spruch, der innig mich beseelt;
Doch weil uns noch die Ehe fehlt,
Läßt sich voraus auch nichts versprechen.

Siebentes

Ich weiß, daß Du die Wahrheit liebst,
D'rum will ich nichts verhehlen:
Was Du mir nicht im Guten giebst,
Muß ich wahrhaftig“ stehlen!“

Achtes

„Falsch Zeugnis nicht zu geben“,
Sagt treu mein Herz zu Dir:
„in Liebe nur ist Leben!“
O gieb es, Holde, mir!

Neuntes

Ich wüsste nicht, was vom Geschick
„Des Nächsten Haus„ mich wünschen ließ,
Schaffst Du mit sel'ger Liebe Blick
Die Hütte mir zum Paradies!

Zehntes

„Nie soll mein scheel zum Nachbar sehen“,
So deutet klar uns an die Schrift;
Doch ach! wenn ihn Dein Auge trifft,
Muß dies Gebot ich übergehen!

Schluß

Was sag'st Du nun zu den Geboten allen?
O möchten sie und ich Dir wohlgefallen,
Und dann der Dank nicht bloß im Wort verhallen!

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