> Gedichte und Zitate für alle: Neuer Wein (15)

2017-08-17

Neuer Wein (15)



Neuer Wein

Dürft’ ich sprechen
Kommt zu mir, ich will euch brechen
Alle Rosen dieser Nacht.

Nahe mir aus allen Toren,
Geist, in meinem Blut
Seist du neugeboren.

Eine Flamme brennt in mir,
Will die Welt zerstören,
Doch in neuen Jubelchören
Schwingt ein Phönix sich aus ihr.

Dürft’ ich sprechen
Kommt zu mir, ich will euch brechen
Alle Früchte dieser Nacht.

Hei, wie wird die Kelter schäumen,
Wenn der Saft von allen Bäumen
Darin zischt und überspritzt.

Duft, der jeden Leib erhitzt,
Duftet mir durchs ganze Haus.
Über Wald und Auen aus
Duftet Trunkenheit.

   Da ich meinen Weinstock fasste,
Ihn zerdrückend, damals prasste
Ich — nun wird es euch geschenkt.

Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut,
Nun trinkt euch Glut!
Trinkt, trinkt, die Erde war euch gut.

Jedes Aug’ im neuen Glanze,
Jeder Fuss im neuen Tanze.
Feuer stehn auf den Bergen,
Tote stehn auf in den Särgen,
Welch’ Jauchzen durch die Nacht:
Evoe! Evoe!
Neuer Wein, er ist uns dargebracht!

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